Trinkgeld USA – wie viel gibt man?

Das ist einer der häufigsten Fragen, die ich aus meinem Bekanntenkreis zu Urlaubszeiten bekomme. Von daher schauen wir uns das Thema einmal genauer an.

Eines vorneweg:
Das Trinkgeld-Thema ist hier in den Staaten etwas völlig anderes als in Deutschland! Für das einfachere Verständnis schauen wir uns erst einmal den Kellner / die Kellnerin an – weitere Beispiele findet Ihr am Ende des Artikels.

Warum Trinkgeld?

Wie einige von euch wissen, sind die Service Jobs in den USA nicht unbedingt die bestbezahltesten Jobs bzw. sind die Mitarbeiter zum Beispiel im Gastronomie Bereich weit entfernt von einem dicken Gehaltscheck.
Das Personal in diesem Bereich hat nichts zu lachen. Absolut nichts. Abgesehen davon, dass dies ein Knochenjob ist, dürfen sich die Damen und Herren mit teilweise unfreundlichen Kunden und einer extrem miesen Bezahlung rum schlagen. In den Staaten gibt es zwar auch einen Mindestlohn, jedoch beläuft der sich in einigen Staaten auf sage und schreibe $2.13 die Stunde!

The American federal government requires a wage of at least $2.13 per hour be paid to employees that receive at least $30 per month in tips.

Quelle: https://en.wikipedia.org/wiki/Tipped_wage_in_the_United_States

Sicherlich könnt Ihr Euch vorstellen, dass sich Etliche an das “at least” halten. Nicht viel oder? In einigen Staaten gibt es mehr, dort sind dann meist aber auch die Lebenserhaltungskosten teurer, wie zum Beispiel in Kalifornien, hier gibt es $10. Aber mietet hier mal eine Wohnung.

Das Trinkgeld in dem Bereich wird nicht als Trinkgeld angesehen, so wie bei uns, nein, es ist Teil des Mitarbeiterlohns das auf den Kunden abgewälzt wird. Die Mitarbeiter sind auf Trinkgeld angewiesen und einige müssen selbst diese Einnahme noch mit der Küche und anderen Personen teilen. In extremen Fällen hält sogar noch der Chef die Hand auf!

An Wen

Wir haben jetzt das Beispiel der Service Kraft im Gastrobereich genommen, aber es zählt natürlich auch für alle anderen Personen wie zum Beispiel der Taxifahrer oder dem Pizza Lieferanten.
Personen die einen bezahlten Service leisten, ist meist kein Trinkgeld entgegen zu bringen. Zum Beispiel der Kassierer im Store, der Buchhalter, die Flugbegleitung etc.
Klar freut sich der Paketzusteller oder der Postbote mit dem Ihr evtl. täglich zu tun habt über eine nette Geste, dies kann man aber auch zu Weihnachten in Form eines kleinen Geschenkes oder ähnlichem machen.
Wichtig ist eigentlich immer nur, den gesunden Menschenverstand einzuschalten. Man erkennt low-paid jobs oder Menschen die sich Mühe geben um einen zufrieden zu stellen bzw. einen guten Service erbringen möchte.

Wie hoch

Es gibt unterschiedliche Aussagen über die Höhe eines Trinkgeldes, jedoch sind sich viele einig, dass es bei gutem Service 20% sein sollten. Bei sehr Gutem darf es auch mehr sein. (Wir sind immer noch bei dem Kellner / der Kellnerin.)

Weniger ist immer ein wenig schwierig. Hier kann man sagen 15% bei mittelmäßigem Service und 10% bei schlechtem. Hattet ihr einen extrem schlechten Service, dann kann man durchaus auch weniger bis gar nichts geben, das sollte klar sein. Auch die Servicekräfte wissen, dass schlechte Leistung nicht ordentlich bezahlt werden kann.

Ganz wichtig: Ihr entlohnt die Servicekraft für deren Leistung, nicht ob das Essen der Küche geschmeckt hat oder ob die Location Euren Vorstellungen entspricht! Egal wie schlecht das Essen war, für Fehler in der Küche sollte man nicht die Servicekraft bestrafen, die einem den Abend über für $2.13 bedient hat.

Ich bekomme die Krise wenn ich  sehe, wie einige Leute das Personal angehen nur weil ihnen etwas nicht passt. Sollte es extreme Probleme geben, so rate ich Euch, wendet Euch an den Manager. War jedoch der Service absolut unterirdisch, frech oder sonstiges, dann würde ich das auch beim Trinkgeld bemerkbar machen. Wer schlechten Service liefert, kann auch nicht viel erwarten.

Wie ihr seht, Trinkgeld in den USA ist ein wenig anders als wir es aus Deutschland gewohnt sind. Bei $47.90 auf $50 aufrunden ist hier ein wenig ungerechter als in Deutschland. In Deutschland selbst bin ich immer bei 10% und habe dabei auch kein schlechtes Gewissen.

Der Großteil des Artikels bezog sich nun auf die Servicekraft im Gastrobereich da Ihr mit der wohl fast täglich zu tun haben werdet. Nun nehmen wir uns doch mal ein paar weitere Beispiele vor:

 

5Tour Guide

Tour Guides sind meist Studenten, Rentner oder Veteranen und versuchen sich mit Ihrem Wissen ein wenig etwas dazu zu verdienen. Das Grundgehalt ist auch hier nicht hoch daher sollte man dies auch beim Trinkgeld berücksichtigen. $5

4Shuttle Fahrer Flughafen

Eine Person die von recht viele Menschen vergessen wird. Der gute Mann der einem zum Mietwagen Stand mit dem Shuttle fährt und gerne beim Einladen des Gepäcks behilflich ist.   $1 pro Tasche

3Pizza Lieferant

Wie auch bei uns üblich, darf auch hier gerne der Pizza Lieferant mit einem kleinen Trinkgeld belohnt werden. Am Besten orientiert man sich an der Entfernung da auch diese hier ein wenig anders ist als in Deutschland oder eben nach Auftragsvolumen. $1-$5

2Taxi Fahrer

Beim Taxi Fahrer kann man 15% des Preises veranschlagen – vorausgesetzt man ist der Meinung das der Fahrer keine Umwege gefahren ist! Sollte er Euch mit dem Gepäck geholfen haben, so könnt Ihr auch gerne nochmal $1 dazurechnen.

1Kellner

Wie schon ausführlich beschrieben, sollten es hier zwischen 10-20% sein.

Es mag evtl. ein wenig kompliziert aussehen, aber das ist es nicht. Man gewöhnt sich recht schnell daran und bekommt sowieso ein Gefühl dafür mit der Zeit. Dies sind nur meine Erfahrungswerte und keine festgesetzten Richtlinien.

Wie handhabt Ihr das mit dem USA Trinkgeld? Gibt es mehr, weniger oder deckt sich Eure Erfahrung mit meiner?

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